6 - Kartoffel-Lagerung

7. Wie kann man größere Kartoffelmengen mit einfachen Mitteln sicher lagern?

Das Hauptproblem der Kartoffellagerung ist der Qualitätserhalt der Knollen über Winter (s. Frage 4).

Vor allem dürfen die Kartoffeln nicht erfrieren.

Die Lagerung in Feldmieten ist eine einfache Behelfsmaßnahme, wenn der Platz in der Kartoffellagerhalle nicht ausreicht. Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen sollte die Lagerung ebenerdig vorgenommen werden und nicht in Erdkellern. Üblich sind Mietenbreiten zwischen 1,25 und 3 m und Längen von rund 20 m bei Schütthöhen von 1 bis 1,5 m. Bei größeren Schütthöhen muss ein Belüftungskanal vorgesehen werden, weil im Innern der Miete sonst zu viel Wärme entsteht, die nicht schnell genug abgeführt werden kann. Durch den Belüftungskanal entsteht ein Ventilationseffekt: Wärmere Luft steigt auf, so dass kühlere durch den Kanal nachströmen kann (Schwerkraftbelüftung, s. Frage 10). Die Mietenabmessungen lassen sich leichter einhalten, wenn Strohquaderballen zur seitlichen Begrenzung aufgestellt werden. Gegen Regen und Ergrünen müssen die Feldmieten durch Auflegen von Schwarzfolie geschützt werden. Diese Folie sollte zu Beginn der Lagerung je nach Witterung so oft wie möglich abgenommen oder angehoben werden, damit eine ausreichende Belüftung und Feuchtigkeitsabgabe möglich ist. Die Wasser- und Wärmeabgabe frisch gerodeter Kartoffeln ist zu Anfang, bedingt durch Beschädigung und Atmung, bis 30 mal höher als nach zwei bis drei Wochen (s. Frage 5). Wird diese Feuchtigkeit nicht abgeführt, kommt es schnell zu Fäulnis.

Das Aufbringen einer 25 bis 30 cm starken Strohschicht sorgt im weiteren Verlauf der Lagerung für die Aufnahme von Feuchtigkeit aus den Knollen sowie für eine notwendige Isolierung gegen sinkende Außentemperaturen. Damit sich das Stroh bei Entnahme aus der Miete nicht mit den Knollen vermischt, sollte ein engmaschiges Kunststoffnetz aufgelegt und erst dann das Stroh aufgebracht werden. Das Stroh wird nach außen mit einer Folie geschützt, wobei die Stirnseiten offen bleiben, und die Folie durch Auflegen von Sandsäcken oder Autoreifen gegen Flattern gesichert.

Man kann aus Dachlatten zur besseren Belüftung auch einen Firstkanal bauen. Erst wenn die Temperatur in der Miete auf 3 bis 6 C gesunken ist, was man mit einem speziellen Mieten-Thermometer überprüfen kann, sind die Öffnungen mit Strohsäcken zu schließen. Trotz aller Sorgfalt liegen die Verluste bei Mietenlagerung bei 10 bis 15 % innerhalb von 2 bis 3 Monaten. Daher sollte man zuerst die Kartoffeln aus der Feldmiete verkaufen.



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