6 - Kartoffel-Lagerung

5. Wie kann man die Selbstheilungskräfte beschädigter Kartoffeln im Lager fördern?

Haarrisse in der Kartoffelschale und auch stärkere Schalenverletzungen durch die Ernte können im Lager vollständig ausheilen. Es ist dies eine natürliche Abwehrreaktion der Kartoffelknollen gegen das Eindringen pilzlicher und bakterieller Fäulniserreger. Um die Wundheilungsprozesse zu fördern, trocknet man zunächst die eingelagerten Kartoffeln für etwa 24 Stunden mit 2 bis 3 C kälterer Luft, als die obere Stapelzone hat, ab, damit kein Schwitzwasser entsteht. Danach temperiert man für zwei Wochen den Kartoffelstapel auf 12 bis 15 C. Unter diesen Bedingungen - trocken und temperiert - bildet sich innerhalb weniger Tage eine Art Ersatzhaut, das Wundperiderm, d.h., die Risse und Wunden verkorken. Dabei muss weiter schonend bei über 90 % Luftfeuchtigkeit belüftet werden. Die Kartoffeln dürfen während der Wundheilungsphase nicht bewegt werden, und die Lagerhöhe sollte während dieser Zeit anderthalb Meter nicht übersteigen. Natürlich kommt es auf die Schwere der Verletzungen an: Die flachen und kleinen Wunden heilen schneller als die tiefen, breiten und/oder verschmutzten Wunden, an denen außerdem die Atmungsaktivität erhöht ist.

Höhere als diese Optimaltemperaturen führen zu Fäulnis, niedrigere Temperaturen verlangsamen die Wundheilung. Nach der Wundheilungsphase wird die Lagertemperatur allmählich mit der zurückgehenden Außentemperatur bis Mitte November auf 5 C abgesenkt und sollte dann möglichst lange bei 4 C bleiben.



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